Geschichte von Füßbach und Mangoldsall

 

Mangoldsall

Erste urkundliche Nennung im Jahr 1330

 

Geschichtlicher Überblick

Die ganze Gemeinde gehört zum Gebiet des hochmittelalterlichen Ausbaus, der hier vom späten 11. bis ins 13. Jahrhundert stattfand. Es entstanden Kleinsiedlungen, die zum Teil wieder abgingen oder zu größeren Orten zusammenwuchsen, so ursprünglich die drei Siedlungskerne Mangoldsall, Frowingsall und Kapfenhardt.
Träger der Rodung waren der Niederadel der Umgebung und Haller Patrizierfamilien, was wohl auch in den Ortsnamen seinen Niederschlag fand.

Mangoldsall, 1330 erstmals erwähnt wird von der Haller Familie Mangold gegründet worden sein. Es bestand im frühen 15. Jahrhundert nur aus wenigen Höfen, die alle im sogenannten ”Unteren Weiler” liegen. Der ”Obere Weiler” hieß im 14. und 15. Jahrhundert ”Frowingsall”. Er wird seinen Namen nach der Haller Familie Frowin haben und ging vor 1500 in Mangoldsall auf, ebenso der Hof Kapfenhardt. Die zwischen oberem und unterem Weiler liegenden Höfe kamen meist durch Rodung im 15. Jahrhundert oder später hinzu.
Um 1330 gehörte der Grundbesitz in Mangoldsall Hermann Lecher, Götz am Stege, den von Neuenstein, den von Stetten und vor allem der mit den Haller Mangold verwandten Familie von Rinderbach. Im 14. Jahrhundert hatten die von Rinderbach, im 15. Jahrhundert die von Neuenstein 1/3 Zehnt von Hohenlohe zu Lehen. In der Folge kamen die Neuensteiner Güter an die Johanniterkommende Hall oder durch Heiraten über die Neufelser Ganerben von Seinsheim an die Rüd, die 1408 Güter an das Kloster Gnadental verkauften. Auch von Guta von Stetten erhielt dieses Kloster 1399 ein Gut. Weitere Güter, als deren Vorbesitzer Mathes von Rinderbach angegeben wird, erhielt es 1490 von Kraft von Hohenlohe und so besaß es 1495 acht Gütlein, deren Verwaltung durch die Reformation an Hohenlohe kam. Die hohenlohische Landeshoheit hat sich allmählich entwickelt. Von Hall ertauschte Hohenlohe 1564 weiteren Besitz, 1665 kaufte Hohenlohe‑Neuenstein von der Heiligenpflege Künzelsau und von Kloster Komburg den Hof Kapfenhardt sowie sechs Güter in Mangoldsall, die sich als die sechs Höfe des seit 1495 nicht mehr erwähnten Frowichsall identifizieren lassen. 1671 gehörten vom Großzehnt 2/3 Hohenlohe‑Neuenstein und 2/3 Hohenlohe‑Waldenburg, das den sogenannten Höfleinsgroßzehnt allein bezog, während Klein- und Novalzehnt dagegen Hohenlohe‑Neuenstein zustanden.
1422 hatten die von Neipperg, 1589 die von Adelsheim Leibeigene in Mangoldsall und noch 1665 waren in Mangoldsall fünf Personen denen von Hohenlohe leibeigen.
Im Dreißigjährigen Krieg hatte Mangoldsall schwer zu leiden, ein großer Teil der Einwohner kam um. Die Höfe sind zum Teil ausgestorben.

Gößeren Grundbesitz in Füßbach hatten im 14. Jahrhundert die von Neuenstein (1341), die auch einen Teil des Zehnten daselbst hatten. Güter und Gülten kamen, teilweise über einen Verkauf an Zürch von Gabelstein, 1388 ans Stift Öhringen, ebenfalls 1388 an Kloster Gnadental und 1446 an die Frühmesse Ingelfingen. Wilhelm von Stetten erwarb 1469 von Michel Schletz Güter, die 1553 an Hohenlohe kamen. Das Kloster Schöntal besaß 1489 in Oberfüßbach ein Gut, das es vor 1671 an Hohenlohe verkaufte. Gültbesitz der Heiligenpflege Künzelsau kam 1522 durch Tausch an Gnadental, dessen Besitz seit der Reformation durch Hohenlohe verwaltet wurde.
Ursprünglich bestand Füßbach aus dem unteren und oberen Weiler, die noch heute klar zu unterscheiden sind. Aus der Anlage der Höfe und dem Flurbild ergibt sich, daß der untere Weiler jünger als der obere ist. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um eine der jüngsten Gründungen des Mittelalters im Sallgebiet.
Füßbach scheint Zubehör der Burg Neufels gewesen zu sein und fiel mit ihr im 15. Jahrhundert Stück für Stück an Hohenlohe.
Die Herren von Neuenstein hatten einen Teil des Zehnten daselbst. Katharina von Neuenstein stiftete im Jahr 1388 zu ihrer und ihrer Schwester Seelenheil Güter in Füßbach an das Kloster Gnadental. Im gleichen Jahr übergibt Zürch von Gabelstein dem Stift Öhringen als Brotstiftung eine Gülte auf dem Gute zu Füßbach, das Walter Michelbach bebaut.

Seit alters her gehört die Gemeinde zur Pfarrei Kirchensall, mit der sie reformiert wurde. Bei der Landesteilung von 1553 fiel die Gemeinde an Hohenlohe‑Neuenstein und wurde zum Amt Kirchensall gezogen. 1671 standen Hohenlohe‑Neuenstein hohe, mittlere und niedere Obrigkeit, Zoll und Umgeld zu. Zoll wurde von Hohenlohe‑Neuenstein in Mangoldsall erhoben.

Mit Kirchensall blieb die Gemeinde auch nach dem Anschluß an Württemberg verbunden. Erst 1829/1830 entstand Mangoldsall als politische Gemeinde und gehörte mit Füßbach, Langensall und Tiergarten zum Oberamt Öhringen. Langensall und Tiergarten wurden 1972 nach Kirchensall umgemeindet.

Gemeindearchiv Kupferzell
Andreas Volk

 

Derzeit hat Mangoldsall 143 Einwohner (Stand: 31.12.2009).

 

Füßbach

Erste urkundliche Nennung im späten 11. Jahrhundert

Größeren Grundbesitz in Füßbach hatten im 14. Jahrhundert die von Neuenstein (1341), die auch einen Teil des Zehnten daselbst hatten. Güter und Gülten kamen, teilweise über einen Verkauf an Zürch von Gabelstein, 1388 ans Stift Öhringen, ebenfalls 1388 an Kloster Gnadental und 1446 an die Frühmesse Ingelfingen. Wilhelm von Stetten erwarb 1469 von Michel Schletz Güter, die 1553 an Hohenlohe kamen. Das Kloster Schöntal besaß 1489 in Oberfüßbach ein Gut, das es vor 1671 an Hohenlohe verkaufte. Gültbesitz der Heiligenpflege Künzelsau kam 1522 durch Tausch an Gnadental, dessen Besitz seit der Reformation durch Hohenlohe verwaltet wurde.
Ursprünglich bestand Füßbach aus dem unteren und oberen Weiler, die noch heute klar zu unterscheiden sind. Aus der Anlage der Höfe und dem Flurbild ergibt sich, daß der untere Weiler jünger als der obere ist. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um eine der jüngsten Gründungen des Mittelalters im Sallgebiet.
Füßbach scheint Zubehör der Burg Neufels gewesen zu sein und fiel mit ihr im 15. Jahrhundert Stück für Stück an Hohenlohe.
Die Herren von Neuenstein hatten einen Teil des Zehnten daselbst. Katharina von Neuenstein stiftete im Jahr 1388 zu ihrer und ihrer Schwester Seelenheil Güter in Füßbach an das Kloster Gnadental. Im gleichen Jahr übergibt Zürch von Gabelstein dem Stift Öhringen als Brotstiftung eine Gülte auf dem Gute zu Füßbach, das Walter Michelbach bebaut.

Erst 1829/1830 entstand Mangoldsall als politische Gemeinde und Füßbach wurde diesem Schultheißenamt zugeordnet. Im Zuge der Gemeindereform kam Füßbach zur Gemeinde Kupferzell.

Derzeit hat Füßbach 99 Einwohner (Stand: 31.12.2009).

 

Quelle: www.kupferzell.de

 

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